Siglen und Zitierweise 1.0 Zielsetzung der Arbeit 2.0 Einleitung 2.1 Genetische Argumente 2.2 Der Begriff der Projektion 3.0 Ludwig Feuerbach 3.1 Grundzüge der Religionskritik Feuerbachs 3.2 Feuerbachs Erklärung religiöser Phänomene 3.2.1 Bewußtsein und Gattung bei Feuerbach 3.2.2 Motiv I: Die Wesensprädikate der Gattung 3.2.3 Motiv II: Natur 3.2.4 Motivation der Projektion 3.3 Feuerbachs Kritik der Theologie und des Christ… Mit ihm wird eine populäre Kritik der Religion assoziiert, die Religion auf eine Projektion des Menschen runterbricht. Sowie bei Feuerbach geht jedoch auch bei Marx mit der Kritik an der Transzendenz der Gattung dessen Potential in den Menschen ein. d. A.: Gleichzeitig ist die genetisch-kritische Erklärung Feuerbachs als fundamentale Kritik an Hegel zu lesen. Die gesamte Weltgeschichte ereignet sich auch bei Feuerbach im großen dia­lektischen Dreischritt von These-Antithese-Synthese. Der Mensch, das ist die Welt des Menschen, Staat, Sozietät.“[3] Damit ist die Perspektive der Kritik weg von Philosophie hin zur Gesellschafts- und Ökonomiekritik vorgegeben. Leipzig 1849. 10 Anm. S.24. 11 Feuerbach, Ludwig: Das Wesen des Christenthums. Gott bleibt tot! (1844) Von der Religion zur Religionskritik. Religionskritik bei Feuerbach, Marx und Freud: "Homo homini deus est". Jedoch ist dem Menschen nicht bewusst, dass eben diese Gottesvorstellung letztlich auf ihn selbst zurückfällt - und gerade dies macht das ״merkwürdige“ Wesen der Religion aus: die unbewusste Entäußerung des menschlichen Wesens. In seiner religionskritischen Hauptschrift - das ״Wesen des Chri… S.180L. Marx begreift hier die Religion auch als kreativen Umgang der Menschen mit ihren realen Nöten: «Das religiöse Elend ist in einem der Ausdruck des wirklichen Elends und in einem die Protestation gegen das wirkliche Elend. 2.3 Feuerbach: Zur Funktion der Religion - über die ״Projektion“ Die Gattung Mensch ist dabei nicht die globale Vielheit der Einzelmenschen, sondern lässt sich am griffigsten mit so etwas wie einer vagen Idee des Menschseins umschreiben. Während das Tier also nur eine äußere Natur besitzt, die ohne Reflexion auskommt, besitzt der Mensch sowohl eine äußere als auch innere Natur.13 Dieses Reflexion auf sich selbst, die aus­schließlich dem Menschen zu eigen ist, ist die Voraussetzung für jede Gottesvorstellung. Das gesellschaftliche Sein, so glaubt er, bestimme das Bewusstsein des Menschen. ______________________________________________. In der Einleitung zu ״Das Wesen des Christenthums“ benennt Feuerbach den zentralen Unterschied zwischen Mensch und Tier als den ausschlaggebenden Faktor für die Entstehung der Religion und stellt mit seiner genetisch-kritischen Erklärung12 einen ersten Ansatz zur Erklärung der Genese der ersten ״Gottesvorstellung“ vor. Sie erschien 1830 kurz nach dem Ausbruch der Unruhen, die im Gefolge der Pariser Julirevolution zwei Jahre lang auch ganz Deutschland erschütterten und im Hambacher Fest gip… Berlin 2013. Spätestens mit Friedrich Nietzsche Stand gegen Ende des 19. Andererseits hegt in der Religion auch jene Unwahrheit, die sich letztlich in der Entzweiung des Menschen äußert: Der Mensch macht sein eigenes, unendliches Wesen zu einem Selbständigen (Gott) und glaubt es sei verschieden von ihm. Marx : … [2] „[D]er Mensch, das ist kein abstraktes, außer der Welt hockendes Wesen. In seinen 11 Thesen über Feuerbach schreibt er am Schluss: „ Die Philosophen haben die Welt nur verschieden interpretiert, … Der Fall alter und der Aufstieg neuer Götter, lag in ihrer geschichtlichen Dynamik. Namentlich gekennzeichnete Artikel geben nicht unbedingt die Meinung von Linksnet wieder. München 1959. Marx’ Kritik an Feuerbach Band 2. s. 126. So schreibt Marx im „Kapital“, dass das Verhältnis der Menschen ihnen „als ein außer ihnen existierendes gesellschaftliches Verhältnis von Gegenständen“[6] gegenübertritt. Feuerbachs religionskritische Vorarbeit war hierin so radikal, weil er mit seinem »anthropologischen Materialismus« die Religion aus der Sphäre des Geistes zum Menschen zurückführte. Religionskritik - Nägel zum Sarg Gottes? Die Religion ist also nichts anderes als ein vermeintlicher Akt der Befreiung aus den Fängen der Natur und wird zum Mittel gegen diese Abhängigkeit. Sigmund Freud Die Kritik am religiösen Selbstverlust des Menschen soll dessen Mündigkeit wiederherstellen, indem das Gottesbewusstsein darauf zurückgeführt wird, Gattungsbewusstsein zu 3 Anm. - Zielsetzung der Religionskritik Feuerbachs, 4. Aus dieser Abhängigkeit entstand eine ״Urreligion“, welche er als ״Naturreligion“ umschreibt. Diese dient nach Marx nur dazu, die Existenz des Menschen durch Träumereien und Trost im Jenseits erträglich zu machen und so das faktische Elend zu verlängern und zu legitimieren. Menschen projizieren ihre Wünsche auf ein höheres Wesen (Gott) und wenn sie dieser Projektion gewahr werden, löst sich die Religion durch die Selbsterkenntnis von selbst auf. seine Annahmen teilt und übernimmt, wird im Verlauf der Arbeit häufiger von ״Feuerbach/Marx“, nicht als Einheit, aber als Zusammenhang die Rede sein. Diese höchst reale und primäre Abstraktion vom Einzelmenschen in der kapitalistischen Wirklichkeit ist für Marx die Grundlage für die vergeistigte und sekundäre Abstraktion von ihm in Religion oder Philosophie. Copyright 2019 Alle Rechte liegen bei den AutorInnen bzw. sein: Erst wenn der Mensch nicht vermittels eines Gottes, sondern durch seine Gattung um sich weiß, hat er die Möglichkeiten eines selbstbewussten Menschseins unverfälscht eingelöst. März 2011 um 19:49. Diese Art der Toleranz wurde geboren aus einem Gefühl der Stärke, der Überlegenheit geg… Das Zitat stammt aus der um die Jahreswende 1843/44 verfassten Einleitung zu seiner Schrift Zur Kritik der Hegelschen Rechtsphilosophie. Marx zählt zusammen mit Ludwig Feuerbach, Friedrich Nietzsche und Sigmund Freud zu den bedeutendsten deutschsprachigen Religions… In ״Das Wesen der Religion“ erweitert er diesen Gedanken um das ״Abhängigkeitsverhältnis“ in dem der Mensch zur Natur steht und in welchem sich die Religion laut Feuerbach manifestiert: ״Das Abhängigkeitsgefühl des Menschen ist der Grund der Religion; der Gegenstand dieses Abhängigkeitsgefühls, das, wovon der Mensch abhängig ist und abhängig sich fühlt, ist aber ur­sprünglich nichts anderes, als die Natur. Dementsprechend besitzt der funktionalistische- im Gegensatz zum substanzialistischen Religionsbegriff eine sehr große Reichweite und kann, hier liegt wiederum die Kritik an diesem, auch auf andere gesellschaftliche Phänomene und Teilbereiche angewandt werden. Ers- tere ist vor allen Dingen in ״Das Wesen des Christenthums“ zu finden und wird dann durch letztere in ״Das Wesen der Religion“ ergänzt. 2.4 Feuerbach: Quo vadis? Dementsprechend kann sich die Kritik an Feuerbach nicht mehr mit einer Kritik seiner Theorie begnügen. Jahrhunderts, Feuerbach, Marx, Nietzsche, Freud, der Religion nichts Adäquates entgegensetzen. Inspiriert von Feuerbachs Kritik des Selbstverlustes des Menschen im Gottesbewusstsein, kritisiert Marx einen solchen analogen Selbstverlust in den Sachzwängen des Kapitals. Religion bei Marx lässt sich nicht ohne die linkshegelianische Kritik an der überhöhten Bedeutung der Religion bei Hegel verstehen. - Für Sie komplett kostenlos – mit ISBN So schreibt er in der Vorrede zur zweiten Fassung von ״Das Wesen den Christenthums“: ״der Vorwurf, dass nach meiner Schrift die Religion Unsinn, Nichts, pure Illusion sei, [...] nur dann Grund [hätte], wenn ihr zufolge auch das, worauf ich die Religion zurückführe, was ich als ihren wahren Gegenstand und Inhalt nachweise, der Mensch, die Anthropologie Unsinn, Nichts, pure Illusion wäre.“9. Zugespitzt könnte mensch formulieren, dass die Transzendenz Gottes durch die Transzendenz der Gattung ausgewechselt wird. Auch in seinem Geschichtsverständnis blieb er sein Le­ben lang Hegel treu. Dementsprechend wird Religion als solche von den Autoren nicht affirmiert, sondern von Freud und Marx als eine ״Illusion/Neurose“ und teils als Ideologie begriffen, die es abzuschaffen gilt, während Feuerbach zumindest eine partikulare Zurückweisung der Religion, nur unter der Beibehaltung eini­ger ״sinnvoller“ Elemente der Theologie, fordert. Wie reagieren Christen und Muslime auf Kritik an ihrem Glauben – damals und heute? Marx betrachtete seine Religionskritik als eine explizite Weiterentwicklung der Feuerbachs - und kann dementsprechend nur mit dieser zusammen gedacht werden. Religion als auch Theologie lassen sich, so Feuerbach, auf die Anthropologie (und Physiologie) zurückführen. Haben sich die Grenzen der Toleranz verschoben? Forum Recht - Das rechtspolitische Magazin für Uni und soziale Bewegungen, Feuerbachs Religionskritik und Marx' Feuerbachkritik. Dementsprechend muss die Kritik an der Religion durch eine Kritik der gesellschaftlichen Wirklichkeit überboten werden: „Die Kritik des Himmels verwandelt sich damit in die Kritik der Erde“[5]. Die Religion, als das erste ״Aufblitzen“ menschlicher Vernunft um das Sein und das den Menschen Umgebende zu erklären, prägte über Jahrtausende das menschliche Zusammenleben. In einer seiner Vorlesungen über das Wesen der. Ludwig Feuerbach (1804-1872) war Philosoph und Anthropologe, der in seiner Blütezeit in kommender Ahnung einer Epoche des Umbruchs stand. Es werden Feuerbach, Marx, Freud und Dawkins in einer erfrischenden Weise behandelt. Menschsein besteht für Feuerbach damit in dem Verhältnis zwischen Individuum und Gattung. Der Mensch spürt seine Abhängigkeit von der Natur (Luft, Wasser, Nahrung) und erhebt diese Dependenz zum Bewusstsein. In seinen Frühschriften weist er auf die Doppelnatur von Religion hin: [12] „Das religiöse Elend ist in einem der Ausdruck des wirklichen Elendes und in einem die Protestation gegen das wirkliche Elend. Ludwig Feuerbach (1804 bis 1872) war Philosoph und Anthropologe und avancierte durch seine Religionskritik zum Vordenker der Dissidenten des Vormärz. Die einzelnen Kapitel werden aufeinander aufbauen und die Arbeit grundsätzliche in zwei Haupttei­le gegliedert werden: In einen ersten Teil, der die Positionen Feuerbachs und Marx behandelt und in einen zweiten, der sich der Religionskritik Freuds widmen wird. Und Marx geht über Feuerbach hinaus, indem er die inhaltliche Gestalt der Religion (auch Moral, Theorien) in Verflochtenheit, Gebundenheit und Abhängigkeit von der gegebenen Gesellschaft und ihrer Praxis sieht. Das Gottesbewusstsein des/der Einzelnen ist demnach ein diesem/dieser Einzelnen selbst noch nicht bewusstes Gattungsbewusstsein. Es gibt eine gute Nachricht: Alle vier haben sich getäuscht. James H. Leuba, der als Pionier der Religionspsychologie gilt, hielt auf der Suche nach einem universalen Religionsbegriff in seinem Werk ״The Psychological Origin and Nature of Religion“ (London 1921) nicht weniger als 48 Defi­nitionen fest, die er anschließend allesamt verwarf. mit der vom evangelischen Theologen Gustav Mensching (1959) stammenden Beschreibung ״Religion ist erlebnishafte Begegnung mit dem Heiligen und antwortendes Handeln des vom Heiligen bestimmten Menschen“.5 Der substanzialistische Religionsbegriff geht dabei von einer apriorischen Existenz des Transzendenten aus, die zur Religion und deren Auslegung durch den Menschen führt. Zu Beginn steht die ״Unterwerfung“ des Menschen durch die Natur, als totales Abhängigkeitsverhältnis (These), dann die Entstehung der Religion als der Versuch der Menschen sich die Natur untertan zu machen (Antithese) und letztlich das Projekt der Synthese, dem sich auch Feuerbach verpflichtet sieht, aus ״Gottesfreunden“ wieder ״Menschenfreunde“ zu machen und die Theologie, unter Beibehaltung ihrer positiven Elemente, auf die Anthropologie zurückzuführen, um so die tiefe Kluft zwischen Mensch und Gott, zwischen Diesseits und Jenseits zu schließen: ״Wie Gott nichts anderes ist als daß Wesen des Menschen, gereinigt von dem, was dem menschlichen Individuum , sei es nun im Gefühl oder Denken als Schranke, als Übel erscheint: So ist das Jenseits nichts anderes als das Diesseits, befreit von Dem was als Schranke, als Übel erscheint. »Halleluja!« Die drei Musketiere - und d'Artagnan Wendy Brown, Professorin für politische Wissenschaften an der Universität von Kalifornien, Berkeley, hat in dem Sammelband „Nach Marx“ (Suhrkamp) auf die enge Verwobenheit von Religion und Warenwelt bei Marx hingewiesen. Der substanzialistische Religionsbegriff geht in seinem Kern von einem (gemeinsamen) Wesen der Religion aus, das sich durch die jeweiligen inhaltlichen Merkmale von Religionen erfassen lässt. [1] Karl Marx, Thesen über Feuerbach, Marx-Engels-Werke (MEW) Band 3, 1969, 5. Er kennt nur den Menschen als Einzelnen, nicht den Menschen im Allgemeinen. Ludwig Feuerbach Mit ihm wird eine populäre Kritik der Religion assoziiert, die Religion auf eine Projektion des Menschen runterbricht. A: Aufgrund der Tatsache, dass sich Karl Marx in einem Großteil seiner Überlegungen zur Religion auf Feuerbach stützt bzw. Diese Position (sie geht über Feuerbach bereits hinaus) erreicht Marx in der Schrift: „Die Deutsche Ideologie“, verfasst 1845-46. 2. Die Grundpfeiler der feuerbachschen Religionstheorie können demnach auf die Kurzformel ״Natur + Mensch “ heruntergebrochen werden. Bd. Indem nun Marx den Begriff der Gattung kritisiert, wendet er sich gegen den rudimentären Fortbestand religiöser Figuren in Feuerbachs Kritik der Religion. Die Kemthese Feuerbachs lautet indes, dass die Gottesvorstellung auf eine unbewusste Vorstellung des Menschen zurückgeht, die er in ״Das Wesen des Christenthums“ (1841), ״Das Wesen der Reli­gion“ (1846) und einigen weiterführenden Vorlesungen10 als das bestimmt, was heute allgemein hin als ״Projektion“ bezeichnet wird. Doch er meinte damit nicht nur – wie oft behauptet –, dass Religion von oben verordnete »Volksverdummung« sei. In einem letzten Kapitel werden beide Positionen nach Möglichkeit zusammengeführt und verglichen, um so Gemeinsamkeiten und Unterschiede herauszuarbeiten und schließlich auf die Ausgangsthese einzugehen.  (Institut für Jüdische Studien). Klassischerweise wird mit Religionskritik der Name Ludwig Feuerbach verbunden. In diesem Kontext stehen auch szientistische Religionskritiken, wie sie etwa durch Richard Dawkins bekannt geworden sind. Was den Menschen laut Feuerbach als Mensch vom Tier unterscheidet, ist, dass er sich selbst im Zusammenhang seiner Gattung als Mensch weiß. 1978. s. 378. In dieser Differenz von Individuum und Gattung liegt für Feuerbach der Ansatzpunkt seiner Religionskritik, die sich durch die klassische Figur der reductio ad hominem verstehen lässt: Alle Eigenschaften Gottes sollen auf Eigenschaften des Menschen zurückgeführt werden. Vielmehr wendet er mit seiner reductio ad hominem auf die reductio ad hominem Feuerbachs auch eine rettende Kritik auf die rettende Kritik Feuerbachs an. Häufig wird das Zitat verfälscht in der Version Religion ist Opium für das Volk benutzt. Seine Hauptwerke, darunter Das Wesen der Religion, wurden nur einige Jahre vor der Märzrevolution 1848/49 veröffentlicht, die er mit seinen Ideen mitbestimmt hat. In der Natur selbst hegt der Grund und die Ursache für den Men­sehen. Der 1. Diese Fülle an verschiedenen Definitionen von der Anthropologie, über die Philosophie bis hin zur Psychologie des 19. und 20. Weil zwischen der Gattung und dem Individuum eine Differenz besteht, ist es dem Individuum möglich, dass er die Gattung zu einem Gott überhöht und nicht erkennt, dass es sich bei Wir bieten einen direkten Einstieg zu aktuellen Themen linker Politik mit einer großen Anzahl von Artikeln namhafter AutorInnen. Die­se frühe Form der Religion wird dann durch den Polytheismus, der die ״Naturbewältigung“ über die Kreation einer Vielzahl, sich aber im Wesen ähnlicher Götter, vollzieht, abgelöst. Damit würde man viel mehr erreichen und bewegen, als das die Religion überhaupt im Stande wäre. 13 Vgl. So bestimmt und deutlich die Schranke als Schranke, das Übel als Übel von dem In­dividuum gewußt wird, ebenso bestimmt und deutlich wird von ihm das Jenseits, wo diese Schranken wegfallen, gewußt.“11. seine Annahmen teilt und übernimmt, wird im Verlauf der Arbeit häufiger von ״Feuerbach/Marx“, nicht als Einheit, aber als Zusammenhang die Rede sein. Diesem wirft Feuerbach einen mangelnden Bezug seiner Theorie auf die sinnliche(-lebensweltliche) Erfahrung vor; Hegel beging den Fehler, so Feuerbach, den theologischen Kern seines Systems seiner Philosophie vorauszusetzen und ihn als Wahrheitsbegriff voranzustellen ohne diesen erst zu entwickeln. Während der Mensch sich selber Gegenstand ist, sich also reflektiv zu sich verhält, hat das Tier diese Fähigkeit nicht. d. A.: Mit Blick auf den Buddhismus wird daher häufig nicht mehr von Gott O.Ä gesprochen, sondem von einem Fokus der Religion auf etwas abstrakt Heiliges. Erscheinungsformen, Strukturtypen und Lebensgesetze. Dieser Umstand würde es, laut Feuerbach, unmöglich machen die Theologie aufzulösen bzw. K. Marx über Feuerbachs Bedeutung: "Feuerbach ist unser größter Prophet, es gibt keinen anderen Weg zur Wahrheit als durch den Feuerbach. S.18. - Publikation als eBook und Buch Diese Sorte Religionskritik zielt auf eine einseitige Vernichtung des Religiösen. Seine zweite Säkularisierung ist auch eine zweite Rettung der religiösen Potentiale, die durch den Begriff der Gattung nur  unzureichend eingelöst sind. Marx kritisiert jedoch einen wesentlichen Mangel an Feuerbachs Religionskritik: Feuerbach tue so, als ob jeder Mensch als Individuum oder als abstraktes Wesen seine Religion produziere, wohingegen der Mensch – so Marx – vor allem als konkret-praktisches und damit schon immer vergesellschaftetes (gesellschaftliches) Wesen zu begreifen sei Und genau deswegen spiegele Religion auch nicht … Unter: http://www.religion-ethik.de/religion/definition-was-ist- religion.html (Abgemfen: 16.02.2018). Zu Omar Chajjams Zeiten wäre wohl niemand darauf gekommen, den Dichter der Ketzerei zu beschuldigen, sagt Katajun Amirpur, Professorin für Islamische Studien an der Universität Hamburg: „Man ertrug die religionskritischen Sprüche Andersdenkender mit relativ großer Gelassenheit. Nur durch den Menschen wird Natur zu etwas persönlichem, zu etwas ״bewusstem“. Religion als das Opium des Volkes ist eine Aussage von Karl Marx. Die Transzendenz der Religion wird zwar in Immanenz aufgelöst, aber wiederholt sich innerhalb dieser Immanenz als Transzendenz einer offenen Gattungswirklichkeit gegenüber der faktischen Wirklichkeit der Individuen. über die Gattung Mensch, als eigentlichen Inhalt der Religion fest (״Das Bewußtsein Gottes ist das Selbstbewußtsein des Men­sehen, die Erkenntnis Gottes die Selbsterkenntnis des Menschen.“14 ). 8 Feuerbach, Ludwig: Das Wesen des Christenthums. Im Gegenteil! S.4. So wenig es den allgemeinen Menschen, sondern immer nur einzeln existierende Menschen gibt, so wenig gibt es laut Feuerbach den Einzelmenschen ohne menschliche Gattung. "Unterschied" stimmt nicht ganz: auch Feuerbach will die Religion nicht abschaffen. Karl Marx (1818–1883) begreift im Anschluss an Feuerbach Religionskritik als die Voraussetzung aller Kritik. Und wir haben ihn ge- tötet!“2. Jahrhundert, also die primäre Schaffensphase der in der Arbeit behandelten Autoren, brachte eine Vielzahl an Religionsdefinitionen hervor. Diese Einleitung hat er 1844 in der zusammen mit Arnold Ruge herausgegebenen Zeitschrift Deutsch-Französische Jahrbücher veröffentlicht. in purer Abstraktion. Religion als Opium des Volkes. Gleichzeitig zum gesprochenen Text entstehen Zeichnungen. Marx Kritik an Feuerbach ist eine doppelte: Zum einen will sie zeigen, wie der Mensch wirklich ist und zum anderen erklären, wie die Idee der Gattung als trügerische Abstraktion von diesem wirklichen Menschen überhaupt entstehen kann. Eine solche Kritik verfehlt den Kern des Religiösen und ist daher keine ernstzunehmende Kritik. Religionskritik und „implizite Religion“ bei Hegel, Feuerbach und Marx . Feuerbachs reductio ad hominem ist aufklärerisch: Eine dem Menschen gegenüberstehende Macht, die ihn beherrscht, wird als Produkt des Menschen selbst erwiesen, damit der Mensch sie wieder in seine Kontrolle bekommen kann. Sowohl Feuerbach/Marx3 als auch Freud lieferten Antworten auf diese Fragen die im Verlauf der Arbeit skizziert und dargestellt werden sol­len. Karl Marx. Die Religionskritik Feuerbachs ist, ganz allgemein gesprochen, als der Versuch zu betrachten die Religion selbst auf ihre menschlichen Ursprünge zurückzuführen; das Transzendente (übernatürli­che) also zurück in das Weltliche (Natürliche) zu bringen. Grundsätzlich erklärt Feuerbach die Entstehung der Religion über zwei theoretische Zugänge: 1. über die sog. 3 Gedanken zu „ Unterschiede zwischen den Religionskritiken von Feuerbach und Marx “ Lu 26. Marx ist subtiler als Feuerbach, der die Religion als sein Hauptthema unabhängig von Strukturen der Arbeitswelt kritisierte. Hinsichtlich des substanzialistischen Religionsbegriff wur­de immer wieder die Kritik angebracht, dass nicht alle ״Religionen“ so etwas wie Gott oder ein übernatürliches Wesen zum Gegenstand haben (Buddhismus)6 und dass der essenzialistische Begriff die Gegenstandsdefinition dessen, was definiert werden soll, als Inhalt übernimmt (d.h. die Innen- perspektíve einer Religion). Dieser Transzendenz weist Marx kritisch nach, dass sie als eine Abstraktion vom Menschen das Echo einer realen Abstraktion des Kapitals ist. Die akademische Karriere verbaute Feuerbach sich freilich durch die anonyme Erstlingsschrift Gedanken über Tod und Unsterblichkeit. Feuerbach, Ludwig: Das Wesen des Christenthums. Einerseits liegt der Religion die elementare Wahrheit inne, dass der Mensch sich zu seinem (unend- lichen) Wesen verhält; somit markiert die Religion, wenn auch verschlüsselt, das eigentliche Wesen des Menschen. 2.1 Feuerbach: Grundlegendes zur Religionskritik Marx ist der Überzeugung, dass die Wirklichkeit des Menschen durch wirtschaftliche und soziale Faktoren geprägt ist. Es gilt, die Religionskritik nicht nur theoretisch durchzuführen, sondern die Welt des Menschen muss verändert werden. Religion der Zukunft Ludwig Andreas Feuerbach (* 28.Juli 1804 in Landshut; † 13. Einer seiner meistzitierten Aussprüche lautet: »Religion ist das Opium des Volks«. Theismus und (ein einseitig gezeichnetes) Christentum liefern die Modelle zu einem Einheitsbegriff der Religion. 2 Nietzsche, Friedrich: Werke in drei Bänden. d. A.: Zu nennen wäre an dieser Stelle vor allen Dingen die Vorlesung ״über das Wesen der Religion“ aus dem Jahr 1849. Online-Video (ca. Es lohnt sich daher, den Absatz genauer zu betrachten: »Der Mensch macht die Religion, die Religion macht nicht den Menschen. Die Natur ist der erste, ursprüngliche Gegenstand der Religion, wie die Geschichte aller Religionen und Völker sattsam beweist.“16. Diese Sorte Religionskritik zielt auf eine einseitige Vernichtung des Religiösen. Nur indem er den Menschen doppelt, als Einzelmenschen und als offene Gattung, versteht, die im Einzelmenschen nicht aufgeht, gelingt Feuerbach die kritische Rückführung der Religion auf den Menschen: Das Verhältnis von Gott und Mensch wird in die weltliche Binnendifferenz von Gattung und Mensch übersetzt. Der Mensch, der in der phantastischen Wirklichkeit des Himmels, wo er einen Übermenschen suchte, nur den Widerschein … September 1872 in Rechenberg bei Nürnberg) war ein deutscher Philosoph und Anthropologe, dessen Religions-und Idealismuskritik bedeutenden Einfluss auf die Bewegung des Vormärz hatte und einen Erkenntnisstandpunkt formulierte, der für die modernen Humanwissenschaften, wie zum Beispiel die Psychologie und Ethnologie, … Feuerbach versteht unter dem Terminus Mensch zweierlei, nämlich den Menschen im Sinne des individuellen Einzelmenschen und den Menschen im Sinne des Allgemeinen der Menschheit, den Menschen als Gattung. Er ist das Purgatorium der Gegenwart." Religionskritik und Revolution Klassischerweise wird mit Religionskritik der Name Ludwig Feuerbach verbunden. Feuerbach kennt nur den Menschen als Einzelwesen, Marx sieht ihn als … Sie alle teilten die Annahme, dass Religion ausschließlich durch nicht-religiöse Faktoren be­stimmt ist, Religion also ein rein menschliches Produkt ist und somit vollständig und ohne die Zu­hilfenahme einer Selbstreferenz der Religion, d.h. ohne Theologie oder Ähnliches, erklärt werden kann. Berlin 2013. [4] Marx, Das Kapital, MEW Band 23, 1969, 93. [3] Marx, Zur Kritik der Hegelschen Rechtsphilosophie, Einleitung, MEW Band 1, 1969, 378. Marx’ Feuerbachkritik ist allerdings nicht so zu verstehen, dass er als konsequenter Religionskritiker den religiösen Resten in Feuerbachs Religionskritik den Garaus macht. Während Feuerbach jedoch in ״Das Wesen des Christenthums“ noch behauptet, diese ״Projektion“ sei bloß eine unbewusste Vorstellung des Menschen über sich selbst, und eine an G.F.W. Vorstellung der Religionskritiker Ludwig Feuerbach, Karl Marx, Sigmund Freud, Richard Dawkins und ihren Theorien. Gott eigentlich um die menschliche Gattungsganzheit handelt. In seiner religionskritischen Hauptschrift - das ״Wesen des Christenthums“ (erste Fassung 1841, letzte Fassung 1848) - setzt sich Feuerbach zum Ziel aufzuzeigen, ״daß die Religion das scheinbare, oberflächliche Wesen der Natur und Menschheit für ihr wahres, inneres Wesen nimmt und daher das wahre, esoterische Wesen als ein anderes, als ein besonderes Wesen vorstellt, [...]“.8 Anders als aber etwa für Marx und Freud, dies wird im Verlaufe dieser Arbeit noch ersichtlich werden, sieht Feuerbach in der Religion nicht aus­schließlich das größte aller Übel oder den Massenwahn, sondern findet in der Theologie Elemente wieder, die es in die Anthropologie zurückzuführen gilt und die als solche auch zu bewahren sind. Religionskritik bei Feuerbach, Marx und Freud: Homo homini deus est. Jahrhunderts endgültig fest: ״Gott ist tot! Religionskritik bei Feuerbach, Marx und Freud: Homo homini deus est. In seinem Selbstverständnis hat sich der Einzelmensch daher immer schon über seine Einzelheit hinaus in Beziehung auf die ihn übergreifende Gattungsganzheit verstanden. Religionskritik als reductio ad hominem meint schon bei Feuerbach nicht den Verlust Gottes, sondern seinen Eingang in eine Aufwertung des Menschen: Die Transzendenz Gottes wird zur profanierten Transzendenz der Gattung. Die profane Existenz des Irrtums ist kompromittiert, nachdem seine himmlische oratio pro aris et focis widerlegt ist. Ein Vergleich von Feuerbach und Marx Die Interpretation der Theologie als Anthropologie, wie Feuerbach sie vornimmt, darf nicht eine theoretische bleiben, sondern muss als praktische Frage verstanden werden. Berlin 2013. Feuerbach setzt nun das ״Wesen des Menschen“ nicht mehr als Prämisse voraus, sondern sieht die­ses auf Ebene der Natur verankert. Marx kritisiert alle Formen einer idealistischen Philosophie und insbesondere alle Formen der Religion. Dem Hauptteil vorweg gestellt wird ein Exkurs zu den gängigen wissenschaftlichen Definitionen der Religion, mit dem Ziel, die behandelten Autoren nach Möglichkeit religionswissenschaftlich einordnen zu kön­nen. Seine größte Wirkung dürfte Feuerbach jedoch bei Karl Marx gefunden haben. Seine Religionskritik hat nichts mit einer szientistischen Religionskritik zu tun, die Religion aus Mangel an Beweisen verwirft. Gegen die friedliche Koexistenz von Naturwissenschaft und Religion in einem solchen Missverständnis schlägt  Feuerbach den Weg philosophischer Kritik ein. - Hohes Honorar auf die Verkäufe Für Marx war die Voraussetzung jeder Kritik die Kritik der Religion. Tatsächlich eröffnet sich mit Feuerbach jedoch eine weitaus komplexere Linie der Religionskritik. Doch handelt es sich bei Marx nicht einfach um den Kampf gegen die institutionalisierte Religion und ihre Theologie („... von jeher der faule Fleck der Philosophie“). Er h… Der aus den Kulturwissenschaften stammende funktionalistische Religionsbegriff definiert Religion zunächst über dessen soziale Funktion und sieht diese in Wechselwirkung von Individuum und Ge- Seilschaft. Die Kritik der Religion entwickelte sich dabei von anfänglichen Reformversuchen in­nerhalb der religiösen Gemeinschaft und des Staates, über die Degradierung des Menschen vom ״göttlichen Geschöpf‘ zu einer Laune der Natur (Darwin), von der These, Religion sei letztlich nur falsche Projektion (Feuerbach) bis hin zur Annahme, dass Religion als ״Opium des Volkes“ (Marx) fungiert und als solches verworfen und abgeschafft gehört. Im Verlauf der Arbeit wird ersichtlich werden, dass auch wenn die oben skizzierten Definitionen zu Lebzeiten der hier behandelten Autoren nicht gebräuchlich waren, sowohl Freud als auch Feuer­bach/Marx in ihren Religionstheorien primär einen funktionalistischen Begriff von Religion ver­wenden und sie die Religion als einen Verblendungszusammenhang7 betrachten, welchem eine indi­viduelle, soziale und gesellschaftliche Funktion zu kommt, die jedoch keineswegs positiv ist. 20 Min.) Die Kritik der Religion als reductio ad hominem bedeutete bei Feuerbach, dass die Menschen ihr Gottesbewusstsein als Gattungsbewusstsein interpretieren sollen. „Ihre eigne gesellschaftliche Bewegung besitzt für sie die Form einer Bewegung von Sachen, unter deren Kontrolle sie stehen, statt sie zu kontrollieren.“[7] Die berühmte Metapher für diese Marktzwänge, der „Fetischcharakter der Ware“, zeigt überdeutlich, dass Marx den Kapitalismus im Anschluss an Feuerbach anhand der Figur religiöser Selbstentfremdung versteht.